Aktuelles
07.10.2025
Die Freien Wähler in Roth gehen mit Alex Bott ins Rennen um das Bürgermeisteramt bei den Kommunalwahlen 2026
09.09.2025
Roth - Nun ist es raus: Die Freien Wähler in Roth gehen mit einem eigenen Mann ins Rennen um das Bürgermeisteramt bei den Kommunalwahlen 2026. Das treibt den Herausforderer des amtierenden Bürgermeisters Andreas Buckreus (SPD) an.
ROTH - Lange sah es so aus, als würde die Bürgermeisterwahl in Roth nicht mehr als eine Formsache. Denn mit dem antierenden Bürgermeister Andreas Buckreus (SPD) wurde bisher nur ein einziger Kandidat nomminiert. Die im Stadtrat stärkste Fraktion, die CSU, hat bereits Mitte Juli abgewunken. Doch nun mischen die Freien Wähler des Rother Ortsverbands die Karten neu: Ihr erst seit Oktober 2024 amtierender neuer Vorsitzender Alexander “Alex” Bott geht gleich in die Vollen und wirft seinen Hut für die FW in den Ring. “Weil ich Lust darauf habe, in der Stadt Roth etwas zu verändern”, begründet der 54-jährige seine Kandidatur.
Sein Werdegang bei den Freien Wählern in der Kreisstadt kann mit zwei Worten beschrieben werden: kurz und knackig. Denn Alex Bott war bis September 2024 noch Mitglied bei der CSU, für die er bereits 2020 für den Stadtrat kandidiert hatte. Auf Listenplatz 29 von 30 allerdings, also auf aussichtslosem Posten.
Für Bott keine Enttäuschung, sondern sogar Plan: “Ich war schon immer kommunalpolitisch interessiert, aber nicht engagiert. Das wollte ich ändern. Also bin ich 2018 zur CSU, nachdem ich aus den Reihen des Ortsverbands angesprochen worden bin. Ich wollte mir das ganze erstmal anschauen und war gar nicht scharf auf einen guten Listenplatz. Aber für 2026 - da hatte ich echte Ambitionen, den Sprung in den Stadtrat zu schaffen.Zumal ich 2020 von Listenplatz 29 auf Platz 14 vorgewählt wurde”, erzählt Bott rückblickend.
Anruf zur rechten Zeit
Um dieses Ziel zu erreichen, “hätte es einen Listenplatz unter den Top 10 gebraucht”, so der 54-jährige weiter. Er habe jedoch gemerkt, dass er bei der Kandidatensuche und Listenplatzvergabe “außen vor gelassen” wurde. “Mit Absicht, denke ich” erklärt Bott. Er suchte ein klärendes Gespräch, “ohne irgendwelchen Prass, aber schon enttäuscht” - und wurde just am selben Tag im September 2024 von Elisabeth Bieber, der “grauen Eminenz” der Rother Freien Wähler, angerufen.
Sie hatte zwei Fragen an ihn: Ob sich Alex Bott vorstellen könne, den Rother FW-Vorsitz zu übernehmen, der aus familären Gründen wenig später frei werden sollte. Und ob Bott auf Listenplatz 1 der Freien Wähler in den Kommunalwahlkampf 2026 ziehen wolle. Der Vater von drei Töchtern wollte beides. Ohne lang zu überlegen und auch mit dem offenen Geständnis: “Ich hatte bis dahin die Freien Wähler gar nicht so richtig auf dem Schirm”.
Postwendend machte er Nägel mit Köpfen: Er trat aus der CSU aus, um für den Ortsvorsitz gewählt werden zu können - eine Parteimitgliedschaft in einer anderen Gruppierung hätte das unmöglich gemacht. Bott: “Außerdem finde ich das konsequent.”
Im Oktober wählte der FW-Ortsverband den gebürtigen Rother zum Vorsitzenden. Die Vorbereitungen für die Kommunalwahlen 2026 ware da noch eher vage. Das Thema nahm jedoch Mitte Juli dieses Jahres ordentlich Fahrt auf. Nämlich dann, als die Rother CSU offiziell auf einen eigenen Bürgermeisterkandidaten bzw. eine -kandidatin verzichtete. Eine Wahl ohne Auswahl - “das kann ich mir einfach nicht vorstellen,” so Alex Bott.
Knapp zwei Monate habe er in der Folge mit sich gerungen, habe das Für und Wider abgewogen, um dann im “inner cycle” der Freien Wähler, bestehend aus der sechsköpfigen Stadtratsfraktion und dem vier Mitglieder zählenden Ortsvorstand, vor rund zwei Wochen vorzuschlagen: Er selbst wolle für den Chefsessel im Rathaus kandidieren - und damit gegen den amtierenden Bürgermeister Andreas Buckreus (SPD).
"Mit der vollen Rückendeckung" dieses Gremiums würden nun alle weiteren Schritte bis hin zur Nominierung angegangen, so der designierte FW-Bürgermeisteranwärter. Konkret: Am 25. September treten Stadtratsfraktion und erweiterter Vorstand zusammen, um die Termine festzulegen.
Zum einen für die Nominierung von Alexander Bott, zum anderen zur Bekanntgabe der Stadtratskandidaten-Liste. “Beides wird voraussichtlich Ende Oktober stattfinden”, erklärt Bott das weitere Prozedere. Um gleich nachzuschieben, dass er diese Kandidatur nicht aus beruflichem “Frust” vorantreibe. Bott, der aus einer alteingesessenen ehemaligen Bäckereifamilie stammt und selbstBäcker gelernt hat, führt seit zwölf jahren mit “Holzwelt Bott” ein eigenes Unternehmen in Roth mit 13 festangestellten Mitarbeitern und acht bis zehn Minijobbern. Und er arbeitet darüber hinaus als Rettungssanitäter beim BRK für die Gredinger Rettungswache.
Mit der Rother Feuerwehr ist er groß geworden und seit Gründung des “Challenge Roth” als Wettkampfleiter - in den vergangenen Jahren hauptverantwortlich für alles rund um Stadion und Festplatz - voll dabei bei Roths größtem internationalen Event.
"Noch viel Luft nach oben"
“Da zeigt sich auch jedes Jahr, was und wieviel die Rother drauf haben”, betont Bott. Dieses Potenzial gelte es auch für die Stadtpolitik zu nutzen. “ich finde, dass Andreas Buckreus nicht viel falsch macht. Ich sehe aber zur Weiterentwicklung der Stadt noch viel Luft nach oben”, erklärt Bott seine Motivation, auf den Chefsessel im Rathaus gewählt zu werden. Vieeleicht ist es auch seine Affinität zum Challenge, warum er schon jetzt einen Punkt für seine potenzielle politische Agenda unter den “Top 3” nennt: den Bau eines Hallenbads. “Interkommunal mit Allersberg und Hilpoltstein als großer Schul- und Sportstandort müssten wir Bau und Betrieb doch hinbekommen”, ist er überzeugt. “Roth braucht das!”
Punkt zwei und drei: Schaffung von bezahlbarem Wohnraum - Stichwort bewusste Entwicklung unter anderem des “Rother Neulands” auf dem Ex-Leoni-Gelände. Und darüber hinaus der Innenstadt. "Da muss man sich endlich mal für ein Konzept entscheiden und das auch durchziehen. In jedem Fall mit mehr Gastronomie. Denn dass der Einzelhandel in Innenstädten stirbt, ist kein Einzelphänomen in Roth. Das kann man beklagen. Oder eben etwas dagegen tun.
Bürgermeister zu sein in Roth - für Alex Bott bedeutet das, “Ideengeber statt Verwalter zu sein. Und darum kandidiere ich. Weil ich etwas ändern will.”
(Foto und Artikel: Claudia Weinig, RHV)